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Interview mit Heide Plücker, Netzwerkstelle „KitaPlus“ im Kreis Ostholstein

Heide Plücker ist im Kreis Ostholstein in Schleswig-Holstein für die Umsetzung der Netzwerkstelle „KitaPlus“ verantwortlich. Um den Austausch zwischen den geförderten Netzwerkstellen „KitaPlus“ zu stärken, hat Sie im Verwaltungs- und Beschaffernetzwerk (VUBN) die Gruppe „Netzwerkstellen „Kita-Plus““ gegründet. Im Interview beschreibt sie außerdem, wie sie die Netzwerkstelle in Ostholstein umsetzt.

Welche Aufgaben fallen in der Umsetzung der Netzwerkstelle für Sie an?

Heide Plücker: Das langfristige Ziel des Bundesprogramms ist es, Öffnungszeiten von Kitas, Horten und der Kindertagespflege bedarfsgerecht auszugestalten. Dadurch sollen Eltern dabei unterstützt werden, Beruf und Familie besser miteinander vereinbaren zu können. Daraus ergibt sich für die Netzwerkstellen zunächst die übergreifende Aufgabe, Kooperationen vor Ort zu schaffen und zu unterstützen. Gemeint sind zum Beispiel Kooperationen zwischen Kita-Trägern und Unternehmen, Jobcentern oder den Gemeinden. Diese Akteure sollen gemeinsam an einen Tisch gebracht werden, um mittel- und langfristig dazu beizutragen, passgenaue Betreuungsangebote vor Ort zu gestalten. In Vorbereitung darauf habe ich in einem ersten Schritt damit begonnen, die Bedarfe an erweiterten Öffnungszeiten vor Ort zu ermitteln. Dafür habe ich zunächst eine Online-Befragung der Eltern in Ostholstein durchgeführt. Zusätzlich spreche ich derzeit in leitfadengestützten Interviews mit den Geschäftsstellen des Jobcenters. Nach der Auswertung und Analyse aller erhobenen Daten widme ich mich verstärkt der Schaffung von Kooperationen der Akteure vor Ort.

In der Umsetzung der Netzwerkstelle „KitaPlus“ nutzen Sie das digitale „Verwaltungs- und Beschaffernetzwerk“ (VUBN). Wie sind Sie auf das Netzwerk aufmerksam geworden?

Heide Plücker: Darauf aufmerksam geworden bin ich über eine Notiz im Intranet des Kreises Ostholstein. Während meines Studiums der Bildungswissenschaften hatte ich bereits positive Erfahrungen mit einer ähnlichen Plattform gesammelt. Das VUBN ist ein digitales Netzwerk für öffentliche Verwaltungen und wird vor allem dazu genutzt, den Wissensaustausch zwischen den Verwaltungen zu befördern. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltungen haben zum Beispiel die Möglichkeit, sich dort anzumelden, Gruppen zu gründen und Gruppen beizutreten. Die Gruppenmitglieder können über bestimmte Themen diskutieren oder Erfahrungen und Materialien austauschen. Die Voraussetzung für die Anmeldung im VUBN ist es, für eine öffentliche Verwaltung tätig zu sein.

Wie nutzen Sie das VUBN für Ihre Tätigkeit? Welche Vorteile ergeben sich aus der Nutzung?

Heide Plücker: Bundesweit gibt es derzeit 17 im Bundesprogramm geförderte Netzwerkstellen „Kita-Plus“. Durch die Nutzung des VUBN kann die Kommunikation zwischen den Netzwerkstellen über die Entfernungen hinweg gestärkt werden. Wir können uns über Erfahrungen austauschen und gegenseitig davon profitieren. Wir können themen- und anlassbezogen diskutieren und hilfreiche Materialien miteinander teilen – zum Beispiel zum Thema „Verwendungsnachweis“. Aus diesem Grund habe ich vor einiger Zeit die Gruppe „Netzwerkstellen „KitaPlus““ über das Netzwerk eingerichtet. Alle 17 Netzwerkstellen sind eingeladen, sich für die Gruppe anzumelden.

Wichtig ist aber, dass die Kommunikation über das digitale Netzwerk einen Face-to-Face-Austausch nicht ersetzen kann. Es bietet eine gute Möglichkeit, sich ergänzend zu persönlichen Treffen zu vernetzen. Über den Kontakt in der Gruppe im VUBN hat sich bereits ein Treffen zwischen den Netzwerkstellen in SchleswigHolstein ergeben. Für die Zukunft wäre es schön, wenn der persönliche Kontakt mit allen Netzwerkstellen durch das Netzwerk vertieft würde.

Auch die im Rahmen von „KitaPlus“ geplante Kooperationen mit anderen Akteuren vor Ort könnten durch ein digitales Netzwerk unterstützt werden. Zunächst ist natürlich der persönliche Kontakt für die Vernetzung sehr wichtig. Eine digitale Plattform könnte den Austausch zusätzlich befördern. Das VUBN ist allerdings nur für Mitglieder von öffentlichen Verwaltungen zugänglich und deshalb nicht geeignet für die Kommunikation mit den unterschiedlichen Akteuren vor Ort.

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