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Interview mit Mathias Tuffentsammer, Projektberater im Bundesprogramm „KitaPlus“

„Alle Einrichtungen und Tagespflegepersonen, die ich berate, brennen für das Programm“

Mathias TuffentsammerMathias Tuffentsammer

Mathias Tuffentsammer begleitet seit Mitte 2016 acht Kitas und 30 Tagespflegepersonen in Bayern als Projektberater im Bundesprogramm „KitaPlus: Weil gute Betreuung keine Frage der Uhrzeit ist“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Im Interview erzählt er, welchen Beratungsbedarf die Einrichtungen und Tagespflegepersonen haben, wie sich die Zusammenarbeit gestaltet und nach welchen Beratungsansätzen er arbeitet.

Welchen Beratungsbedarf haben die Kitas, Tagespflegepersonen und Horte?

Die Verantwortlichen in den Einrichtungen und die Tagespflegepersonen sind sehr engagiert und wissen genau, was sie tun und was sie mit dem Programm erreichen wollen. Jedoch benötigen sie an der einen oder anderen Stelle Unterstützung, um ihre Ideen noch erfolgreicher umzusetzen. Hier leistet die Projektberatung einen wichtigen Beitrag – das haben auch die Rückmeldungen der Trägerverantwortlichen, Kita-Leitungen und Tagespflegepersonen gezeigt. Wichtig ist vor allem, den Einrichtungen Sicherheit und Motivation zu geben, die nächsten Schritte zu tun und keine Chancen verstreichen zu lassen. Auch die Tagespflegepersonen sind äußerst interessiert und möchten unbedingt ihre Arbeit weiterentwickeln und an den Zielen des Bundesprogramms ausrichten. Diese positive Einstellung macht die Zusammenarbeit für mich als Projektberater sehr angenehm. Themen der Beratung sind oftmals die Herausforderungen vor Ort: Was passiert, wenn wir zu viel Nachfrage haben und diese nicht decken können? Was passiert, wenn Eltern wieder abspringen und es wenig Bedarf an unseren Angeboten gibt? Schritt für Schritt beschäftigen wir uns dann mit differenzierteren pädagogisch-konzeptionellen und betriebswirtschaftlich-strategischen Fragen. Hier können wir dann vor Ort in der Beratung feinjustieren. Bei den Tagespflegepersonen ist die Besonderheit, dass ich direkt mit den umsetzenden Personen in Kontakt bin. Daher stehen oftmals ganz praktische Fragen im Vordergrund, zum Beispiel zur Konzeptentwicklung.

Welche Herausforderungen gibt es in der Zusammenarbeit mit den geförderten Projekten?

Grundsätzlich läuft die Zusammenarbeit im Beratungsprozess sehr gut, da alle Beteiligen motiviert und engagiert bei der Sache sind. Alle Einrichtungen und Tagespflegepersonen, die ich berate, brennen für das Programm. Sie betreiben oft noch Pionierarbeit. Das liegt zum Teil daran, dass viele Eltern noch verunsichert sind und erst überzeugt werden müssen, dass die Betreuung in der Kita oder bei der Tagespflegeperson in den erweiterten Öffnungszeiten eine gute Alternative zu anderen Betreuungssettings ist. Die Begeisterung der Kinder, die von ihren positiven Erfahrungen mit dem neuen Angebot berichten, ist hier wohl das beste Argument.

Mit welchen Ansätzen haben Sie in der Projektberatung gute Erfahrungen gemacht?

Die Beratungsansätze müssen individuell auf die Einrichtungen und die Tagespflegepersonen sowie die Bedingungen vor Ort angepasst werden. Die Haltung der Projektberatung sollte dabei immer sehr positiv und auf Gelingensfaktoren ausgerichtet sein. Uns ist wichtig, dass von Anfang an klar ist, wofür die Projektberatung zuständig ist, damit auch die anderen im Bundesprogramm bereitgestellten Ressourcen von den Kitas und Tagespflegepersonen entsprechend genutzt werden können. Bereits beim ersten Gespräch müssen daher die Ansprüche geklärt werden, um keine falschen Erwartungen zu wecken. Viel explizites Wissen zur Umsetzung des Programms ist in den Einrichtungen bereits vorhanden, teilweise fehlt einfach der entscheidende Impuls, das „Anschubsen“, um die weiteren wichtigen Schritte zu gehen. Diesen Impuls können wir in der Projektberatung geben. Zentral für den Beratungserfolg ist meiner Meinung nach, dass wir als Fachleute den Einrichtungen und den Tagespflegepersonen angemessene Wertschätzung entgegenbringen, bereits vorhandene Ansätze und Ideen aufgreifen und helfen, diese mit allen Beteiligten im Sinne der vom Bundesprogramm anvisierten Ziele weiterzuentwickeln. Ich wünsche mir, dass die am Bundesprogramm teilnehmenden Träger, Einrichtungsteams und Tagespflegepersonen mit einem gemeinsamen Verständnis zur nachhaltigen Gestaltung der erweiterten Öffnungszeiten in enger Zusammenarbeit mit den Eltern das qualitativ beste Angebot für die Kinder bieten.

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