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Interview mit Andreas Manzer, Netzwerkstelle „KitaPlus“ Neumünster

Wodurch die Vernetzung vor Ort gestärkt werden kann

Foto: Andrea ManzerAndrea Manzer


Andrea Manzer ist seit November 2017 für die Umsetzung der Netzwerkstelle „KitaPlus“ in Neumünster verantwortlich. Den im Bundesprogramm geförderten Einrichtungen und Kindertagespflegepersonen dient sie nicht nur als Ansprechpartnerin. Sie steht auch in engem Kontakt mit anderen Akteuren und Netzwerken, um die bedarfsorientierte Ausgestaltung von Betreuungsangeboten vor Ort zu unterstützen. Im Interview berichtet sie, was sie zur Stärkung der Vernetzungsstrukturen unternimmt.

Welche Aufgaben nimmt die Netzwerkstelle „KitaPlus“ in Neumünster wahr?

Andrea Manzer: In Neumünster wird das Bundesprogramm „KitaPlus“ bereits aktiv gelebt: Es findet ein guter Austausch zwischen der Netzwerkstelle, den geförderten Projekten und der Fachberatung der Kindertagespflegestellen statt. Vor allem in Zusammenarbeit mit der Fachberatung Kindertagespflegestellen haben wir begonnen, den Bedarf an erweiterten Betreuungszeiten vor Ort und die Auslastung der Einrichtungen und Kindertagespflegepersonen zu identifizieren. Über diesen Austausch hinaus stehe ich in Kontakt mit anderen Akteuren, zum Beispiel dem Jobcenter. Gemeinsam schauen wir, wie Elternwünsche, Kindeswohl, Trägerhaltung, unternehmerische Gedanken und die Vorgaben des Jobcenters miteinander verzahnt und konstruktive Strategien entwickelt werden können. Die Angebote, die vor Ort bereits vorgehalten werden und das, was noch geplant ist, soll dann durch öffentlichkeitswirksame Maßnahmen bekannt gemacht werden.

Wie beschreiben Sie die Zusammenarbeit mit den Bündnispartnern vor Ort?

Andrea Manzer: Vor Ort bestehen bereits einige feste Vernetzungsstrukturen. Als Beispiel zu nennen ist hier das Netzwerk für Alleinerziehende, das Frauenbündnis und die Wirtschaftsagentur. Derzeit befindet sich die Netzwerkstelle vor allem noch im Kontakt- und Beziehungsaufbau sowie der Bedarfsabfrage. Über das Jobcenter hinaus besteht jedoch bereits regelmäßiger Kontakt zur Jugendberufsagentur. Darüber können auch vor allem junge Familien im Alter von unter 25 Jahren Informationen über erweiterte Betreuungsangebote erhalten. Außerdem besteht die Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis der Kita-Leitungen. Im nächsten Schritt wollen wir Kontakt mit der Wirtschaftsagentur aufzunehmen, um zu schauen: Was braucht die Wirtschaft in Neumünster, wo liegen gemeinsame Interessen mit anderen Akteuren und welche weiteren Planungsschritte braucht es? Ich habe die Idee, gemeinsam mit Unternehmen und pädagogischen Fachkräften einen Fachtag zu veranstalten, um den fachlichen Austausch zu befördern. Ergänzend dazu möchte ich den Kontakt mit der Netzwerkstelle für Alleinerziehende der Diakonie Altholstein aufbauen. Insgesamt gilt es abzuwägen, wann es sinnvoll ist, ein neues Netzwerk aufzubauen oder in ein bestehendes einzutreten.

Wie tragen die Kooperationsstrukturen zu einer am Bedarf der Familien vor Ort orientierten Betreuungsinfrastruktur bei?

Andrea Manzer: An erster Stelle steht ja der Bedarf der Eltern. Aber auch die Unternehmen vor Ort sollten Interesse daran haben, ihren Beschäftigten familienfreundliche Arbeitszeiten zu bieten – und so als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen zu werden. Auch andere Akteure vor Ort können entscheidend zu einer Betreuungsstruktur beitragen, die am Bedarf der Familien orientiert ist. All diese Akteure an einen Tisch zu bringen, befördert zunächst den Austausch der verschiedenen Perspektiven. Darauf aufbauend können dann an der tatsächlichen Nachfrage orientierte Strategien umgesetzt werden. So lassen sich nachhaltige Strukturen aufbauen.

Was empfehlen Sie anderen Netzwerkstellen, die die Vernetzung und Kooperation vor Ort stärken möchten?

Andrea Manzer: Es spielt eine große Rolle, ob man vor Ort bereits bekannt und vernetzt ist, oder ob Kontakte neu aufgebaut werden müssen. Um die Netzwerkstrukturen vor Ort zu stärken und daran teilhaben zu können, ist es wichtig, zu recherchieren, wer diese Akteure und Netzwerke überhaupt sein könnten, bevor Kontakt gesucht wird. Dieser sollte in jedem Fall persönlich erfolgen, beispielsweise durch einen Besuch. Kommunikationsfreudigkeit spielt dabei eine große Rolle.

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