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Regionalkonferenzen: Ideen und Erfahrungen austauschen!

Unter diesem Motto fanden am 21. und 27. September 2017 in Hannover und Wiesbaden zwei Veranstaltungen für die teilnehmenden Kindertages- und Horteinrichtungen sowie die Netzwerkstellen im Bundesprogramm „KitaPlus“ statt.

Im Bundesprogramm „KitaPlus“ werden nach anderthalb Jahren Laufzeit über 300 Einrichtungen, Kindertagespflegestellen, Horte und Jugendämter gefördert, die sich gemeinsam für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf über alle Altersklassen der Kinder hinweg engagieren. Anlass genug, die ersten Erfahrungen zur Planung, Vorbereitung und Umsetzung von erweiterten Öffnungszeiten mit den Akteurinnen und Akteuren der Praxis regional übergreifend auszutauschen.

Die Vielfältigkeit der Umsetzungen erweiterter Öffnungszeiten und Unterstützungsangeboten zeigte sich bereits zur Trägerkonferenz 2016 und bestätigt sich im Laufe des Programms. Dass das Angebot auch gefragt ist und genutzt wird, zeigen die ersten Monitoring-Auswertungen des Bundesprogramms, die im Laufe der Veranstaltungen präsentiert wurden. Durch die Förderung konnten neue und flexiblere Betreuungszeiten ermöglicht werden – in den frühen Morgenstunden, abends, am Wochenende und nachts. Jedes Projekt geht auf die Bedarfe der ganzen Familie ein und entwickelt ein entsprechendes Konzept.

Die Teilnehmenden hatten die Möglichkeit, ihre Projekte vorzustellen, Gemeinsamkeiten zu finden und Herausforderungen zu teilen. In drei Runden „Welten Café“ wurden zentrale Fragestellungen zur Umsetzung der Maßnahmen, Erreichung der Ziele im Bundesprogramm „KitaPlus“ und Wege zur nachhaltigen Fortsetzung in den Blick genommen. Durch den Erfahrungsaustausch, die Vorstellung von Beispielen guter Praxis, die Entwicklung von gemeinsamen Lösungsansätzen und die Initiierung lokaler Netzwerke wurden regionale Vernetzungen zur Umsetzung des Bundesprogramms „KitaPlus“ erschlossen und aktiviert. Dies war ein zentraler Punkt der Veranstaltung.

Foto: Servicestelle Bundesprogramm „KitaPlus“Die Teilnehmenden werden begrüsst.
Foto: Servicestelle Bundesprogramm „KitaPlus“Zu verschiedenen Themen fanden Gesprächsrunden statt.
Foto: Servicestelle Bundesprogramm „KitaPlus“Die Ideen der Gesprächsrunden wurden dokumentiert und später präsentiert.

Die Gesprächsrunden waren aufgeteilt in vier Themenbereiche:

Zum Komplex „Strukturen der Nachhaltigkeit“ standen insbesondere die Akquise und die Bindung von pädagogischem Personal im Vordergrund. Wie vorhandene lokale Netzwerke genutzt, neue Kooperationen aufgebaut, Beratung der Familien im Stadtteil ermöglicht, alle Beteiligte an einen Tisch geholt werden können, wurde an den Arbeitstischen zum Thema „Netzwerke“ diskutiert. Die Teilnehmenden im Bereich „Familienbegleitung“ haben sich damit befasst, welche Beratung und Begleitung Familien benötigen und in welcher Form den Familien die unterschiedlichen Angebote unterbereitet werden können. Das Thema der erweiterten Öffnungszeiten zeigt sich jedoch nicht nur im Kosmos der Familien. Es ist ein vielschichtiger Komplex, der sich durch die Strukturen der Einrichtung – und damit durch Aspekte der Dienstplangestaltung und des Team-Managements – zieht und bei der gesamten Gesellschaft ankommt. Ein „Gesellschaftlicher Wandel“ ist dabei notwendig und kann, wie durch die Teilnehmenden berichtet, unterschiedlich gestaltet und initiiert werden.

Die Umsetzungsideen, Anregungen und Erfahrungen der Projekte wurden dokumentiert und in einer Galerie für alle Teilnehmenden präsentiert. Es wurde festgestellt, dass in vielen Bereichen des Einrichtungsalltags die Strukturen und Gegebenheiten an die Anforderungen besonderer Betreuungszeiten angepasst werden müssen. Die Herausforderungen, die die besonderen Betreuungszeiten mit sich bringen, erfordern einen Wandel im Denken und Handeln auf vielerlei Ebenen. Ein solcher Wandel kann nur strukturiert vonstattengehen und sollte stetig überprüft werden. Dabei kann man sich an bewährten Strategien orientieren und so dem gesamten Projekt zum Erfolg verhelfen. Wie das funktionieren kann, zeigte der Vortrag von Ionka Senger (Diplomsoziologin) zum Thema „Change Management“.

Die Erkenntnisse der Veranstaltungen werden in einer Dokumentation zusammengefasst und den Akteuren im Bundesprogramm „KitaPlus“ zur Verfügung gestellt.

Für Anfang 2018 ist ein Praxisdialog für die Kindertagespflege im Bundesprogramm „KitaPlus“ in Planung.

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