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3 Fragen an … Nadine Grams, Tagesmutter in Coesfeld

Frau GramsNadine Grams

Nadine Grams ist Mutter eines neunjährigen Sohns und seit 2011 als Tagesmutter in Coesfeld (Nordrhein-Westfalen) tätig. Mit dem Bundesprogramm „KitaPlus“ bietet sie Betreuung in erweiterten Zeiten an. Im Interview berichtet sie, wie  es dazu kam und wie sie selbst ihr Familien- und Berufsleben miteinander vereinbart.

Frau Grams, warum haben Sie sich entschieden, Ihre Betreuungszeiten zu erweitern?

Schon vor „KitaPlus“ gab es immer wieder Anfragen von den Eltern der Kinder, die ich als Tagesmutter betreue: „Kannst du mal länger, kannst du mal später, kannst du nächste Woche vielleicht auch mal ganz früh morgens?“ Ich habe  dann immer geantwortet: „Klar, das bekommen wir hin“, und habe versucht, es einzurichten. Nun ist es aber so, dass die Betreuung durch Tagesmütter und Tagesväter in den erweiterten Zeiten in Nordrhein-Westfalen nicht öffentlich gefördert wird. Mit „KitaPlus“ wurde es dann möglich. Als Tagesmutter kann ich damit noch flexibler auf die Bedarfe der Eltern reagieren.

Wie sieht das in der Praxis aus? Und für welche Familien ist das Angebot überhaupt interessant?

Von den Kindern, die ich betreue, nehmen zwei Familien die erweiterten Zeiten regelmäßig – also an festen Tagen in der Woche – in Anspruch. Die Eltern sind vor allem auf die Betreuung in den frühen Morgenstunden angewiesen. Darunter ist zum Beispiel eine Berufsschullehrerin. Der Unterricht beginnt zum Teil schon um 7.30 Uhr morgens. Wenn die Anfahrt dann noch 45 Minuten dauert, brauchen sie bereits ab 6.45 Uhr eine Betreuung. Es sind auch Eltern, die im Schichtdienst im Gesundheitswesen tätig sind oder beim Rettungsdienst arbeiten, aber auch leitende Angestellte, beispielsweise in der Lebensmittelbranche. Die anderen Familien haben nur in bestimmten Situationen, zum Beispiel in beruflichen oder familiären Notfällen, Bedarf.

Wie vereinbaren Sie Ihr eigenes Familienleben mit den erweiterten Betreuungszeiten?

Früher war ich in der IT-Branche tätig. In meinem alten Beruf war es nicht möglich, Familie und Beruf so miteinander zu vereinbaren, wie ich es mir gewünscht habe. Als Tagesmutter kann ich beides gut miteinander in Einklang bringen. Das war auch ein wichtiger Grund, warum ich mich für den Beruf entschieden habe und die Qualifizierung zur Tagesmutter gemacht habe. Ich biete die Betreuung sowohl bei mir zu Hause als auch in angemieteten Räumlichkeiten an. Die Kinder, die sehr früh kommen, betreue ich zunächst bei mir zu Hause. Mein Sohn geht nach dem gemeinsamen Frühstück in die Schule und ich gehe mit den Kindern in angemietete Räumlichkeiten.

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